hvwl logo

Krankenbeförderung: Falsch ausgestellte Verordnung kann Regressforderungen zur Folge haben

HausärzteverbandUm Regressforderungen zu vermeiden, sollten Hausärztinnen und Hausärzte sich vor dem Ausstellen einer Verordnung von Krankenfahrten davon überzeugen, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. (Foto: Pixabay) 

Krankenfahrten zu ambulanten Behandlungen gelten für dauerhaft mobilitätsbeeinträchtigte Versicherte mit Ausstellung der ärztlichen Verordnung als genehmigt. In diesen Fällen erfolgt vor Fahrantritt keine Prüfung der Voraussetzungen bzw. Genehmigung durch die Krankenkassen. Daher kann eine falsch ausgefüllte Verordnung dazu führen, dass dem Patienten die Kosten für die Krankenfahrt zu einem späteren Zeitpunkt in Rechnung gestellt werden. Zudem sind Regressforderungen gegenüber dem verordnenden Arzt nicht ausgeschlossen. Darauf weist die AOK NordWest hin.

Um Regressforderungen zu vermeiden, sollten Hausärztinnen und Hausärzte sich daher vor der Ausstellung der Verordnung von dem Vorliegen der folgenden Voraussetzungen überzeugen:

  • Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen “aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung
  • “Bl“ (Blindheit) oder “H“ (Hilflosigkeit)
  • oder Einstufung in den Pflegegrad 4 oder 5
  • oder Einstufung in den Pflegegrad 3 und ärztlich festgestellte dauerhafte Mobilitätsbeeinträchtigung (entfällt, wenn vor dem 01.01.2017 bereits die Pflegestufe 2 vorlag)

Krankenfahrten zur ambulanten Behandlungen bleiben von dieser Ausnahmeregelung unberührt. Erfüllen Patienten/-innen die vorgenannten Voraussetzungen nicht, gilt: auch wenn sie vergleichbar in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind und einer ambulanten Behandlung über einen längeren Zeitraum bedürfen, ist die Fahrt weiterhin vor Fahrantritt von den gesetzlichen Krankenkassen zu genehmigen.

Unabhängig von den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sollte bei der Verordnung einer Krankenbeförderung zum einen auch die Wahl des geeigneten/medizinischen Transportmittels kritisch geprüft werden. Zum anderen ist die Fahrstrecke (z. B. Berücksichtigung des nächst erreichbaren geeigneten Leistungserbringers) zu berücksichtigten. Es gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot.

Die AOK NordWest bietet zu diesem Thema ein Online-Lernprogramm an. Hier erfahren Ärzte und ihre Praxisteams alles über die Verordnung von Krankenfahrten. Des Weiteren lässt sich das Wissen anhand konkreter Fallbeispiele testen.

Weitere wichtige und hilfreiche Informationen können auch der „Praxisinformation Krankenbeförderung“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), den „Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung“ der KBV sowie der Ausfüllhilfe der AOK NORDWEST und den Erläuterungen hierzu entnommen werden.

Suche

Login