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Berufspolitisches Frühstück: Lebendiger Austausch in Schwerte

Berufspolitisches Frühstück 2019 03 13Nutzten die Gelegenheit zum Austausch über Ideen zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung (v.l.): Prof. Dr. Horst Christian Vollmar (Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr-Universität Bochum), Volker Schmidt (Fachbereich Gesundheit, Märkischer Kreis), Ralph Brodel (Bürgermeister der Stadt Sundern), Hans-Georg Winkler (1. Beigeordneter der Stadt Schwerte), Dirk Wigant (Beigeordneter, Kreisstadt Unna), Dr. Jens Grothues (Hausarzt, Beverungen), Christel Bayer (Leiterin der Zentralabteilung, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW), Anke Richter-Scheer (1. Vorsitzende Hausärzteverband Westfalen-Lippe e.V.), Claudia Diermann (Geschäftsführerin Hausärztliche Service- und Wirtschaftsgesellschaft mbH Westfalen-Lippe), Susanne Schneider (FDP-Landtagsfraktion), Dimitrios Axourgos (Bürgermeister der Stadt Schwerte), Michael Niesen (2. Vorsitzender Hausärzteverband Westfalen-Lippe) und Marcel Frischkorn (wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest). Foto: Daniela Thamm/ Hausärzteverband Westfalen-Lippe

Wie lässt sich die hausärztliche Versorgung der Patienten in Zukunft sichern? Wie können Städte und Kreise junge Mediziner für sich gewinnen? Und wie setzt sich der Hausärzteverband Westfalen-Lippe für mehr Nachwuchs in den Hausarztpraxen ein? Diese Fragen standen im Zentrum des ersten berufspolitischen Frühstücks, zu dem der Hausärzteverband Westfalen-Lippe e.V. am Mittwoch Vertreter aus der Landespolitik, dem Märkischen Kreis, dem Kreis Soest, dem Kreis Höxter, den Städten Schwerte, Unna und Sundern sowie der Ruhr-Universität Bochum in das Restaurant Freischütz in Schwerte eingeladen hatte.Zu Gast waren neben Christel Bayer (Leiterin der Stabsstelle zur Förderung der Allgemeinmedizin, NRW-Gesundheitsministerium) Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Horst Christian Vollmar (Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr-Universität Bochum), Dimitrios Axourgos (Bürgermeister der Stadt Schwerte), Hans-Georg Winkler (Erster Beigeordneter, Stadt Schwerte), Volker Schmidt (Fachbereich Gesundheit, Märkischer Kreis), Ralph Brodel (Bürgermeister der Stadt Sundern), Dirk Wigant (Beigeordneter, Kreisstadt Unna), Marcel Frischkorn (wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest) und Dr. Jens Grothues (Hausarzt, Beverungen).

„Viele Kolleginnen und Kollegen in den Hausarztpraxen sind über 60 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen, der Bedarf an jungen Hausärzten, die nachrücken, wird immer größer“, sagte Anke Richter-Scheer, 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe e.V. Finde sich für eine Praxis kein Nachfolger, sei das für die betroffenen Patienten vor Ort oft ein großes Problem. „Daher ist ein gemeinsamer Austausch wichtig, um zu schauen: Welche Ideen gibt es und wo kann man sich unterstützen“. Der Hausärzteverband setzt sich schon seit mehreren Jahren aktiv in der Nachwuchsarbeit ein. Mit der Nachwuchsinitiative Allgemeinmedizin „Zukunft Praxis“ will er angehenden und jungen Medizinern Lust machen auf den Hausarztjob und über die möglichen Wege in die Praxis informieren. „Wir wollen zeigen, wie abwechslungsreich, anspruchsvoll und schön unser Beruf ist“, so Richter-Scheer, die selbst eine Hausarztpraxis in Bad Oeynhausen betreibt. Neben Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen werden im Rahmen der Nachwuchsinitiative regelmäßig Workshops rund um das Thema Niederlassung, ein Mentorenprogramm und Stammtische für junge Ärztinnen und Ärzte angeboten. Die nächste Vortragsveranstaltung findet am Donnerstag, 21. März, als Auftakt zum Westfälisch-Lippischen Hausärztetag in Münster statt.

Wie wichtig das Werben um Nachwuchskräfte ist, hat man auch an anderer Stelle erkannt. So hat Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland die sogenannte Landarztquote eingeführt. Ab dem kommenden Wintersemester erhalten rund 170 Medizinstudierende über ein besonderes Auswahlverfahren einen Studienplatz, wenn sie später in einer unterversorgten Region arbeiten wollen. Und auch die einzelnen Regionen sind nicht untätig: Der Märkische Kreis etwa vergibt Stipendien für Medizinstudierende, die bereit sind, als Ärzte im Märkischen Kreis zu arbeiten. „Auch wir gehen das Thema sehr offensiv an“, sagt Marcel Frischkorn von der Wirtschaftsförderung des Kreises Soest, der als Projektleiter dafür zuständig ist, Hausärzte in den Kreis Soest zu holen. „Man muss den Leuten etwas bieten. Und das muss nicht immer zwingend Geld sein. Auch Faktoren wie ein passendes Arbeitsumfeld sind wichtig bei der Frage, ob sich jemand niederlässt.“ Zudem müsse die Digitalisierung weiterentwickelt und ein ausreichendes Angebot an Lehrpraxen aufgebaut werden.

Die Gäste des berufspolitischen Frühstücks nutzten die Gelegenheit zu einer lebendigen Diskussion über Ideen, Projekte und mögliche Zusammenarbeiten. „Das war ein toller Auftakt“, zog Anke Richter-Scheer Bilanz. „Wir werden hier dranbleiben. Wir haben ja schließlich alle das gleiche Ziel: Wir wollen etwas erreichen für die Hausarztmedizin und damit für die Patienten vor Ort.“

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