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Delegiertenversammlung: Landesverband auf Erfolgskurs

DV HÄT 2019Die Landesdelegiertenversammlung fand im Rahmen des Hausärztetages Westfalen-Lippe in Münster statt. (Foto: Thomas Hauss/HÄVWL)

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe ist auf Erfolgskurs. Landesverbandsvorsitzende Anke Richter-Scheer konnte bei der Landesdelegiertenversammlung im Rahmen des Hausärztetages Westfalen-Lippe in Münster in ihrem Bericht zur Lage gleich ein ganzes Paket an guten Nachrichten und erfreulichen Entwicklungen präsentieren. „Wir werden immer größer: Im Jahr 2018 haben wir einen Mitgliederzuwachs verzeichnet, den es im Vorfeld so nicht gegeben hat“, sagte Richter-Scheer. „Unter den Neumitgliedern sind dabei auch viele junge oder in Ausbildung befindliche Kolleginnen und Kollegen. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Richter-Scheer. „Für diese erfolgreiche Entwicklung tun wir aber auch viel!“ So setzt der Landesverband auf den persönlichen Kontakt und die direkte Ansprache. „Wir zeigen Gesicht und sind präsent. Vor allem unser Angebot „Hausärzteverband vor Ort“, bei dem wir den Verband, unsere Ziele und Services vorstellen, stößt auf große Resonanz.“

Gut vernetzt

Auch auf politischer Ebene ist der Verband gut vernetzt. „Unsere Meinung ist gefragt“, betonte Anke Richter-Scheer. Mit dem NRW-Gesundheitsministerium gebe es gute Gespräche. Mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe ziehe man beim Thema „Stärkung der Allgemeinmedizin“ an einem Strang. Hier hatte es am Tag zuvor erstmals eine gemeinsame Pressekonferenz zum Thema Quereinstieg gegeben. „Wir haben den Unterschied zwischen Quereinstieg und Weiterbildung Allgemeinmedizin herausgestellt und klar gemacht, dass man nicht ,mal eben so‘ quereinsteigen kann“, sagte Anke Richter-Scheer. Der Kompetenzerhalt in der Allgemeinmedizin sei ein zentrales Thema.
Das betonte auch Lars Rettstadt, Sprecher der Delegiertenversammlung: „Wir wollen keinen abschrecken, aber wir wollen eine qualitativ hochwertige Versorgung!“
Das sei „ein schwieriger Balanceakt“, gestand Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der als Gast ein Grußwort an die Delegierten richtete. Der Quereinstieg biete aber auch eine große Chance, betonte Bernd Balloff, Delegierter und Hausarzt aus Legden im Münsterland: „Wir brauchen mehr Hausärzte. Und da nehme ich doch gerne einen erfahrenen Kollegen, der in meiner Praxis Allgemeinmedizin lernen möchte!“

Austausch mit Kommunen und Wirtschaftsförderungen

Gut integriert ist der Landesverband im Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Westfalen-Lippe und auch der Kontakt zu den Universitäten der Region hat sich weiter intensiviert. Ein Thema ist hier die Unterstützung bei der Suche nach Lehrpraxen. „Wir wollen gerne aktiv mitgestalten bei der Frage, wie eine hausärztlich geführte Lehrpraxis aussehen soll“, sagte Anke Richter-Scheer. Auch Kommunen und Wirtschaftsförderungen spielen eine zunehmend größere Rolle bei den Aktivitäten des Verbandes und der Hausärztlichen Service- und Wirtschaftsgesellschaft mbH Westfalen-Lippe (HSW mbH WL). „Sie kommen auf uns zu und bitten um Unterstützung“, so Richter-Scheer. Daraus entstehen ganz neue Netzwerke: Beim „Berufspolitischen Frühstück“ hatte der Hausärzteverband Westfalen-Lippe im März in Schwerte etwa erstmals Kommunalpolitiker, Wirtschaftsförderungen und Vertreter der Landespolitik an einen Tisch geholt. „Es fand ein reger Austausch über Möglichkeiten der Hausarztgewinnung in unterversorgten Gebieten statt“, so Anke Richter-Scheer.

Physician Assistant ist „ein Ärgernis“

Doch es gab auch kritische Themen. „Der Physician Assistant ist ein Ärgernis! In einer Facharztpraxis mit hohem technischen Aufwand haben Physician Assistans sicher ihre Berechtigung. Aber bezogen auf die Hausarztpraxis bedeutet der PA einen Angriff auf die hausärztlichen Kompetenzen. Er stellt einen Hausarzt-light dar“, fand Anke Richter-Scheer deutliche Worte. „Wir müssen unsere Hausarzt-Medizin stärken. Aber das können wir am besten mit unseren Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH)!“

Informationen zur aktuellen Entwicklung in der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) hatte Dr. Axel Wehmeier, Vorstandsmitglied der HÄVG AG, für die Delegierten im Gepäck. Arzt- und Versichertenzahlen steigen kontinuierlich, sowohl bundesweit als auch bezogen auf Westfalen-Lippe. Gleichzeitig werden die Serviceleistungen für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte beständig erweitert, etwa durch Online-Einschreibungen, die HZV-Scanner-App und erweiterte Servicezeiten des Kundenservice.

„Leben Sie die HZV!“

Claudia Diermann, Geschäftsführerin der HSW mbH WL, knüpfte hier an und gab in ihrem Bericht über das stetig wachsende Service-Angebot für Verbandsmitglieder, die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten und zahlreichen Veranstaltungsformate, die die HSW für den Landesverband entwickelt und durchführt, auch einen Überblick über die Aktivitäten der HSW zum Ausbau der HZV. Infoveranstaltungen für Ärzte und MFA, Einschreibeworkshops, Praxisschulungen und individuelle Beratung über die Geschäftsstelle in Unna sind nur einige Beispiele für das umfangreiche Serviceangebot, das die HZV-Teilnehmer sehr eng begleitet. Gefragt sei aber auch jeder einzelne, betonte Anke Richter-Scheer: „Leben Sie die HZV in Ihren Praxen“, so ihr Appell an die Delegierten. „Sie ist der Weg, eine optimale Versorgung zu gewährleisten.“Dabei helfen könnte das ansonsten viel gescholtene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG): „Bei aller Kritik: Der größte Pluspunkt des TSVG ist die verpflichtende Bonifizierung einer Teilnahme an der HZV“, betonte Richter-Scheer.

Info:
„Für das Recht auf Geheimhaltung der eigenen Krankengeschichte“ macht sich Dr. Lothar Rudolph, Delegierter und Hausarzt aus Bochum, mit einer Online-Petition stark. „Jeder Patient hat das Recht, der zentralen Speicherung seiner Krankendaten nicht zuzustimmen“, heißt in der Petition an Frau Prof. Dr. C. Schmidtke, Patientenbeauftragte der Bundesregierung.
In einem Antrag bat Rudolph die Delegiertenversammlung um Unterstützung seiner Petition. Diesem Antrag stimmten die Delegierten mehrheitlich zu.
Weitere Informationen zur Online-Petition gibt es hier.

 

 

 

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